5. Newsletter im Juni 2011

Liebe Mitglieder

Am 5. April dieses Jahres hat das Bundesgericht einen wegweisenden Entscheid im Falle Riniken gefällt, die Beschwerde der Gemeinde Riniken sowie Mitbeteiligter gegen die Axpo AG gutgeheissen und eine Teilverkabelung der Hochspannungsleitung Beznau-Birr auf einem Teilstück von 1 km angeordnet. Der jahrelange und hartnäckige Kampf der Gemeinde gemeinsam mit dem Aktionskomitee für eine umweltschonende Trasseeführung (AKUT) für eine Erdverlegung der Leitung bis vor Bundesgericht, hat sich gelohnt. Ein wichtiger Baustein für diesen Erfolg waren die Gutachten von Professor Brakelmann, welche die Vorteile und die Machbarkeit von Erdverkabelungen darlegte Das Positive am Entscheid ist, dass die Verkabelung angeordnet wurde mit den Argumenten, dass «Kabelanlagen aufgrund des technischen Fortschrittes im letzten Jahrzehnt leistungsfähiger, zuverlässiger und kostengünstiger geworden sind. Die Verkabelung kann daher auch zur Erhaltung von Landschaften von (nur) mittlere Bedeutung in Betracht fallen.»
Neben dem Landschaftsschutz falle vor allem auch die besser Energieeffizienz der Verkabelung ins Gewicht. Die Stromverluste bei Freileitungen sei erheblich höher. Darum gleichen die höheren Stromverlustkosten der Freileitungen die höheren Investitionskosten der Kabelanlagen weitgehend aus!
Das wegweisende Urteil des Bundesgerichtes «Teilverkabelung der Hochspannungsleitung in der Gemeinde Riniken» hat uns ausserordentlich gefreut und gibt uns Hoffnung, dass auch in anderen Regionen Teilverkabelungen gebaut werden.

Teilnahme an der Energissima in Freiburg
Vom 13. – 16. April 2011 fand in Fribourg die Energissima, die „Schweizer Messe der erneuerbaren Energien und neuen Technologien“ statt. Zusammen mit dem Verein «Höchstspannungsleitung Villasrepos-Galmiz in den Boden» waren wir an einem Stand vertreten.
Als Blickfang diente, auf einem Grossbildschirm gezeigt, die Diaschau von Ursula Ohnewein, darüber ein Transparent mit dem Auszug des Bundesgerichtsurteils von Riniken vom 8. April 2011. Wir warenalso top aktuell!
Grossen Anklang fand auch das Berechnungsprogramm von Hans Kneubühler. Besonders die Reduktion des Stromverlustes durch Verkabelung beeindruckte die Besucher sehr.
Am Mittwoch hielt Heini Glauser einen Vortrag zum Thema «Verkabelungen von Höchstspannungsleitungen in der Schweiz».
Um die Besucher auf uns aufmerksam zu machen, initialisierten wir einen Wettbewerb. Es ergaben sich viele interessante Gespräche und Kontakte konnten geknüpft werden. Wir möchten uns bei allen ganz herzlich bedanken, die für das Gelingen des Standes im Vorfeld und während der Energissima mitgeholfen haben. Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen der verschiedenen Regionen hat hervorragend funktioniert! Bilder vom Stand sind auf der Homepage aufgeschaltet.

Der Freiburger Staatsrat hat eine Anfrage der Grossräte Monique Goumaz und Daniel de Roche zum Verfahrensstand der Hochspannungsleitung beantwortet. Daraus geht die abwartende Haltung des Staatsrates hervor. Die jetzige Situation wird klar beschrieben, konkrete Schritte wurden keine unternommen. Studienergebnisse involvierter Parteien sind noch ausstehend. Der Verein ist ob diesen Antworten enttäuscht.

Im Bundesparlament wurde im April ein Postulat eingereicht «Effizienterer Energieverbrauch bei Erdverlegung anstelle von Freileitungen» von Grunder Hans BDP, das sich auf das Urteil Riniken stützt, das die Vorteile der Verkabelung aufzeigt. Der Bundesrat wird aufgefordert zu prüfen, «welche Massnahmen in Bezug auf die zukünftige Planung der Stromübertragung in der Schweiz zu ergreifen seien». Das Postulat wurde mit 104 ja zu 75 Nein und 5 Enthaltungen angenommen, obwohl der Bundesrat die Ablehnung empfohlen hatte.

Treffen mit Bundesrätin Doris Leuthard am 5. Mai 2011
Auf Initiative von HSUB wurden aus verschiedenen Gebieten Briefe an Bundesrätin Leuthard gesendet mit dem Wunsch nach einer Aussprache. Diese fand am 5. Mai in Bern statt mit 14 Personen aus der ganzen Schweiz. Frau Leuthard nahm sich fast eine Stunde Zeit für uns.
Aus verschiedenen Kantonen wurden Leitungsprojekte mit ihrer Problematik vorgestellt und gefordert, dass für alle Leitungsprojekte eine seriöse Erdverkabelung in sensiblen Gebieten geprüft werden soll. Frau Leuthard selbst forderte einen schnellen Ausbau des Übertragungsnetzes, warnte vor den hohen Kosten der Verkabelungen, forderte Kompromisse beim Landschaftsschutz und wünschte eine bessere Kommunikation unter allen Beteiligten. In der Diskussion machte sie den Vorschlag, dass bei jedem Freileitungsprojekt auch eine Verkabelungsvariante gegenübergestellt werden sollte. Die Details der Forderungen und Resultate der Besprechung finden Sie auch auf unserer Website.

HV HSUB
Zur Erinnerung: unsere HV findet dieses Jahr statt am:
02. Juli um 11.00 Uhr im Hotel Bern, Zeughausgasse 9

Der Geschäftsbericht kann abgerufen werden unter:
http://www.hsub.ch/Doc/Gesch%C3%A4ftsbericht%20HSUB%2011.pdf

Ab 12.00 Uhr werden folgende Referenten sprechen:
Herr Prof. Heinrich Brakelmann zum Thema «Teilverkabelung zum Ausbau des Hochspannungsnetzes» und
Herr Dr. Ralph Lewin, Vorsitzender der Strategiegruppe «Netze und Versorgungssicherheit»
zum Thema «Welches Stromnetz braucht die Schweiz?».

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