Liebe Mitglieder
Ein tragisches Ereignis hat die ganzen Einstellungen zu AKWs total verändert. Viele, die gestern noch Befürworter dieser Energie waren, rufen heute nach der Abschaltung von AKWs. Die Diskussion um die Abschaltung von AKWs wird auch auf unsere Bewegung Ein-fluss haben. Werden AKWs abgeschaltet, brauchen wir zumindest kurzfristig vermehrt Strom aus dem Ausland. Das bedingt einerseits rasch neue Übertragungsleitungen – allerdings auf langen Distanzen und möglicherweise mit anderen Technologien. Anderseits sind Leitungen, die auf die Verteilung des Stroms aus heutigen AKWs ausgerichtet sind, zumindest teilweise überflüssig. Wir haben damit zwar einen stärkeren Druck zu einem schnellen Ausbau des Netzes, gleichzeitig aber sehr gute Gründe, das heute geplante Netz in Frage zu stellen, weil eine grundsätzlich neue Produktionsstruktur auch grundlegende Folgen auch auf das Ver-teilnetz haben wird. Unser Kampf gegen Freileitungen wird härter werden.
In diesem Gesamtzusammenhang müssen wir auch immer wieder auf eine noch zu wenig bekannte Tatsache hinweisen: Wenn alle Leitungen in der Schweiz erdverlegt würden, könnte 1,5-mal die jährliche Produktion von Mühleberg eingespart werden. Im Vergleich zu Frei-leitungen bewirkt die Verkabelung eine massive Reduktion der Übertragungsverluste. Dazu haben wir Ende März eine Medienmitteilung veröffentlicht.
Antwort auf unsere Petitionen vom 2009 von der UREK
Ende Dezember traf die Antwort der Bundesversammlung auf unsere Petitionen vom 24. April 2009 ein. Der National- und Ständerat haben beschlossen, den Petitionen keine Folge zu leisten. Die vorberatenden Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie fanden, dass mit dem neuen Beurteilungsschema, das an drei Objekten getestet wurde, unsere An-liegen erfüllt seien. Das Beurteilungsschema, das mit den Beurteilenden steht und fällt und aus Verwaltungspersonen und Stromproduzenten besteht, hat noch für keines der drei Test-objekte eine Erdverlegung gebracht. Im Gegenteil: Es wird zum Bumerang für uns, weil es angeblich nach einer umfassenden Interessensabwägung nachweist, dass eine Erdverlegung nicht in Frage kommt.
Der HSUB Vorstand und die verschiedenen beteiligten Gruppierungen sind in diesem Jahr mit grossen Aktivitäten gestartet:
Wallis
Mitte Januar wurde eine Volksinitiative «Nein zu den Stahlriesen – für eine Erdverlegung der neuen Stromleitungen auf Walliser Territorium» gestartet mit dem Ziel, dass der Walliser Grosse Rat ein Gesetz verabschiedet, durch welches die kantonalen Behörden dazu ver-pflichtet werden, alle juristischen und politischen Möglichkeiten hinsichtlich einer Erdverlegung aller neuen Stromleitungen auf dem Walliser Territorium auszuschöpfen. Im Initiativkomitee sitzen u.a. Peter Bodenmann, Oskar Freysinger, Charles-Alexandre Elsig, Präsident der Burgerschaft von Sitten und Brigitte Wolf, Präsidentin der Grünen Wallis. Zugleich wurde eine kantonale Petition lanciert, welche die Kantonsregierung auffordert, sich mit einer Stan-desinitiative für die Änderung des Bundesgesetzes betreffend die elektrischen Schwach- und Starkstromanlagen. einzusetzen mit dem Ziel der Erdverkabelung.
Gespräch mit Swissgrid
Ein Ausschuss des HSUB-Vorstandes hat mit der Swissgrid, der künftigen Betreiberin sämt-licher Stromnetze der Schweiz, ein Gespräch geführt. Swissgrid ist interessiert, den Kontakt weiterhin zu pflegen. Der Vorstand wird sich damit beschäftigen was unsere Strategie in diesen Gesprächen sein wird. Die Positionen von Swissgrid unterscheiden sich nicht wesentlich von denjenigen der Stromproduzenten (Ihre Verantwortlichen sind Vertreter der Stomwirt-schaft und der Kampf wird härter werden, da sie damit ihre Kräfte gebündelt haben) – doch suchen sie immerhin den Dialog. Wir müssen diesen pflegen – aber dabei stets unsere Ziele im Auge behalten.
Brief an Bundesrätin Leuthard
Nachdem Bundesrätin Doris Leuthard im Wallis dahingehend geäussert hat, dass die Erd-verlegung von Hochspannungsleitungen zu teuer sei, hat HSUB die Initiative ergriffen und einen Briefvorlage an die Bundesrätin an die verschiedenen Interessensgruppen / Vereine von HSUB gesendet. Hauptinhalt war der schweizweite Widerstand, die Möglichkeiten der Erdverlegung und das Ersuchen um ein Gespräch mit dem Vorstand von HSUB. Sieben Gruppierungen haben diesen Brief an Doris Leuthard gesendet. Sie wird nun mit unserem Präsidenten einen Termin mit uns abmachen.
Energissima in Freiburg
In Freiburg findet vom 13. – 16 April die Energissima, eine Messe über erneuerbare Energien statt. Der Verein «Höchstpannungsleitung Villarepos – Galmiz in den Boden“ hat einen Stand organisiert, an dem auch HSUB präsent sein wird.
Hauptversammlung HSUB am 2. Juli in Bern mit Prof. Brakelmann
Reservieren Sie sich schon heute den Termin! Professor Brakelmann ist ein deutscher Spe-zialist für die Erdverlegung von Hochspannungsleitungen und hat mit verschiedenen Studien nachgewiesen, dass eine Verkabelung von Hochspannungsleitungen möglich und sinnvoll ist. Details zur Hauptversammlung folgen.
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