3. Newsletter im November 2010

Liebe Mitglieder

In ganz vielen Regionen der Schweiz wird für die Erdverlegung von Höchstspannungsleitungen gekämpft. Auch wenn bis jetzt die Erfolge noch gering scheinen, gibt es Grund zu Hoffnung.

Im Vallée de Joux (VD) wurden auf einer Länge von elf Kilometern insgesamt 315 Strom-masten abgebrochen und die 13 kV Leitungen in den Boden verlegt. Der Anstoss dazu kam von der Pro Natura, umgesetzt wurde das Vorhaben durch die Lokale Elektrizitätsgesell-schaft SEVJ.

Horgen: Das Bundesamt für Umwelt BAFU fordert, dass die Axpo eine Verkabelungsvarian-te der Leitung Horgen – Wädenswil im BLN-Gebiet ausarbeitet. Es handelt sich hier um einen Spannungswechsel von 50 auf 110 kV. Da der Standort der Leitung im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) liegt, verdient es der grösstmöglichen Schonung im Sinne von Art. 6 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz, schreibt das Bafu.

Zwischen Obfelden und Ottenbach wurden mehrere Kilometer der Freileitungen von der Elektrizitätsgesellschaft Kanton Zürich (EKZ) unterirdisch verlegt. Die EKZ argumentiert mit den grossen Vorteilen der Kabelleitungen: neben den ausgeschalteten Risiken von Unwet-tern, Blitzschlägen, Erdrutschen, Vögeln oder unvorsichtigen Autofahrern sei auch die War-tung und Instandhaltung der Kabelleitungen sehr viel geringer. Neben der zehnmal kleineren Störungsanfälligkeit seien bei den Kabelleitungen vor allem auch die Störungslokalisationen und Reparaturen weitaus einfacher zu bewältigen. Die EKZ hat aus diesen Gründen die Ver-legung der Stormwegen in unterirdische Kabelleitungen kontinuierlich ausgebaut. Seit dem Jahre 1940 wurden insgesamt 2500 Kilometer Leitungen in Kabel verlegt. Die Modernisie-rung der Stromversorgung macht sich denn auch in der Tatsache bemerkbar, dass in der Region seit zehn Jahren kein länger dauernder Stromausfall mehr festgestellt wurde. Die EKS sind mit einem Stromumsatz von über 6100 Gigawattstunden der zweitgrösste Netz-betreiber des Landes!

Motion Steiert
Am 30. September hat unser Präsident Jean-François Steiert die Motion «Erdverlegung von Höchstspannungsleitungen als Pilotvorhaben» im Nationalrat eingereicht. Er fordert den Bundesrat auf nach Vorbild des deutschen Energieleitungsausbaugesetz EnLAG (vom 21.8.09) einen Vorschlag für konkrete Pilotvorhaben des Einsatzes von Erdkabeln auf der Höchstspannungsebene (220/380kV) vorzulegen. In Deutschland wurden aufgrund des Ge-setzes vier Pilotvorhaben bezeichnet um den Einsatz von Erdkabeln zu testen. Die Motion wurde vom Bundesrat am 25. November 2010 zur Ablehnung empfohlen.

Linie Reusstal
Der Verein «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal» hat das Gespräch mit der Axpo gesucht. Interessanterweise haben Heinz Karrer, CEO AXPO und seine Mitarbeiter erklärt, dass die Verkabelung von Stromleitern ein fortlaufender Prozess sei und dass immer höhere Spannungsebenen in den Boden verlegt werden. Es brauche keine Teststrecken. Die Hoch-spannungsverkabelung sei längst erprobt und Stand der Technik. Das Argument Bodener-wärmung sei lächerlich und unhaltbar. Wenn die Politik oder ein Gericht Verkabelungen vor-schreiben würden, würden sie die Leitungen in die Erde verlegen!

Im Wallis hat das Bundesamt für Energie grünes Licht gegeben für den Bau der 28km langen Hochspannungsfreileitung Chamoson-Chippis. Die Walliser laufen dagegen Sturm. Sie wer-den den Entscheid der Behörden beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Zudem ist eine Volksinitiative auf Kantonsebene in Vorbereitung. Die Walliser Regierung hat zwar keine Re-kursmöglichkeit, beschloss aber kürzlich, selbst eine neutrale Studie in Auftrag zu geben. Zudem will sie mit Hilfe eines Runden Tisches, an dem alle beteiligten Akteure aus Politik, Wirtschaft und Forschung teilnehmen, eine Gesamtschau zum Stromtransport in der Schweiz anstreben. Im Abschnitt Mörel-Ernen wurden nach Trasseeanpassungen der Gommerleitung vom BFE die Einspracheverhandlungen mit den betroffenen Orten und mit den Umweltverbänden je einzeln geführt. Das BFE weigert sich rigoros, auf die allseits geforderte Erdverlegung einzu-treten.

Wattenwil – Mühleberg
Auf den Plangenehmigungsentscheid des Bundesamtes für Energie, die Strecke Wattenwil-Mühleberg bis auf 3km im BLN-Gebiet oberirdisch zu verlegen, haben neben den Gemein-den und der BKW nun auch noch das Bundesamt für Umwelt BAFU und die Swissgrid AG ebenfalls ihre Stellungnahme eingegeben, leider unterstützend für die BKW. Die Gemeinden mussten wieder innert kürzester Zeit eine Stellungnahme dazu abgeben. Nun liegen die Be-schwerden beim Bundesverwaltungsgericht.

HV HSUB
Zur Erinnerung: unsere HV findet dieses Jahr am 17. Dezember um 17.00 Uhr im Bundeshaus statt. Anmeldungen bitte an sekretariat@hsub.ch oder HSUB c/o SATUS Schweiz, Schlösslistras-se 15, Postfach 7864, 3001 Bern.

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Freundliche Grüsse

Jean-François Steiert Katrin Sedlmayer Gérard Gillioz

Vom 13. – 16. April ist HSUB an der «energissima» in Freiburg mit einem Infostand präsent
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